Klaus Knoll

Literarische Autoethnografie

Essays

Geknöch

Mit einem Jahr entwickle ich einen Schatten auf der Lunge. Oder mit einem halben. Vielleicht auch mit achtzehn Monaten. Die Mutter kann sich vor lauter Schuldgefühl nicht mehr erinnern, weiß nur noch, dass ich dort sprechen lerne, dass ich sie mit Schwester anrede, als ich ein halbes Jahr später vom Kinderspital nach Hause komm.

Essays

Was bleibt

“Gambatte!” ruf ich der Kaffeemaschine zu, wenn sie stottern beginnt: “Streng dich an!” Das ist fast echt und ganz ohne Nachdenken gesagt. Ganz echt ist meinem Leben gar nichts mehr, weil ich seit Japan weiß, dass alles, ich mein: echt alles, auch anders sein könnte, und dass das, was ich[...]

Essays

Brief an den Täter

Warum ich Ihnen schreibe? Mich zu behaupten gegen den Anschlag auf mich, mein Leben, meine Seele. Ich will, dass Sie wissen, dass ich überlebt habe, wirklich überlebt. Dass ich nicht als der nächste Fritzl durchs Land renn und meinen Wohnzimmerboden aufstemm