Klaus Knoll

Literarische Autoethnografie

Über den Autor

Selbstporträt

Mitte der Achtziger und noch ganz im Studium der Publizistik und Literaturwissenschaft befangen verliebte ich mich, “unsterblich” wie meine Mutter gerne sagt, in die Fotografie. Das hatte hauptsächlich damit zu tun, dass meine erste Wahl, die Literatur, mich verschmäht hatte. Seit ich vierzehn gewesen war, hatte ich Schriftsteller werden wollen, meine Geschichte erzählen, unbedingt. Dabei wusste ich schon lang nicht mehr, was vorgefallen war. Egal, es musste raus. Die Salzburger Germanistik war dafür der denkbar ungeeignetste Ort. Trotz der intergalaktischen Denk-und Schreibbremse honorierte das Land Oberösterreich meine frühen Bemühungen mit Literaturpreis und Zweijahresstipendium. Damit gurkte ich durch meine Frühgeschichte. Als das Stipendium verprasst war, machte ich mich wieder an die Arbeit, schlug mich durch als Fotograf, Lehrer, Schulerfinder. Ich zwang mich, das Schreiben zu vergessen. Ganz ist es mir nie gelungen. Als die Welt dann staunte, was man am Transart Institute alles lernen kann, fasste ich mich an die eigene Nase und verpasste mir ein Schreiblernprogramm, überwiegend aus amerikanischen Quellen, nahm die frühen Wünsche ernst und erarbeitete mir halbwegs systematisch die Anfänge einer literarischen Karriere.

Heute schreibe ich am liebsten Fremdlandberichte und schimpfe auf Traunviertlerisch über die armen  Hawaiianer, die gar nix dafür können. Der autobiografische Bezug in ziemlich allen meinen Texten ist gewollt und gemusst. Es sind aber nicht immer und automatisch die eigenen Erlebnisse, die geschildert werden: Nur 99% sind wahr, die anderen 99% sind wahrheitsgetreu erfunden. Schreiben wie Fotografieren dienen mir zuallererst dazu, einer chaotischen und überwiegend feindlichen Welt Sinn einzuhauchen und Poesie, weil es sonst ja überhaupt nicht zum Aushalten ist.

In diesem Sinn: Frohe Weihnachten und Guten Rutsch!

Ten Degrees Bar, NYC 12/2013

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